Simba
Simba
Informationen zu Simba
Simba wurde Ende Juni 2026 von einem lokalen Tierschützer gefunden und anschließend ins Tierheim gebracht. Dort lebte er mit Kiwi gemeinsam in einem Freilauf. Die Konstellation der beiden passt leider nicht, weswegen Simba trotz seines jungen Alters in einen Zwinger umziehen musste. Wir wünschen uns sehr, dass er diesen schnell verlassen kann und auf einer Pflegestelle oder in einem Zuhause ankommen kann.
Er präsentiert sich als eher unsicherer, gleichzeitig aber deutlich menschenzugewandter Rüde. Im Kontakt mit Menschen zeigt er sich vorsichtig und beschwichtigt teilweise, sucht aber dennoch die Nähe und bleibt gerne bei den Menschen. Auch wenn er die Möglichkeit hätte, wegzulaufen, bleibt er in deren Nähe. Als wir Simba wieder in seinen Bereich zurückbrachten und uns anderen Hunden widmeten, weinte er und wollte über den Zaun wieder zu uns kommen.
Simba ist futtermotiviert und zeigt sich lernfreudig. Sehr schnell hat er verstanden, dass er sich für ein Leckerchen hinsetzen soll. Seine Motivation über Futter lässt sich daher vermutlich gut für den weiteren Vertrauensaufbau und das Training nutzen.
Körperliche Nähe fordert Simba derzeit noch etwas unsicher ein. Er möchte gestreichelt werden, wirkt dabei aber vorsichtig und muss vermutlich erst lernen, menschliche Nähe sicher einzuschätzen. Auch beim Geschirr zeigt er sich noch etwas unwohl. Das eigentliche Anziehen war allerdings problemlos möglich, lediglich das Tragen des Geschirrs scheint ihm momentan noch unangenehm zu sein, daran wird er sich aber schnell gewöhnen.
Im Umgang mit anderen Hunden zeigt Simba sich grundsätzlich verträglich, setzt aber auch klare Grenzen. Besonders im Zusammensein mit Kiwi wurde deutlich, dass ihm deren Verhalten zu viel war. Obwohl Kiwi ihn sehr stark bedrängte und ihn damit offensichtlich überforderte, drohte Simba ihr wiederholt und deutlich. Er blieb dabei jedoch bei dieser Form der Kommunikation und zeigte kein darüber hinausgehendes aggressives Verhalten. Ein ruhiger, souveräner Ersthund könnte für Simba grundsätzlich eine gute Orientierung sein, sollte ihn aber nicht bedrängen oder körperlich zu sehr fordern.
Simba ist kein Hund, der derzeit unkontrolliert durch die Gegend rennt. Er bleibt eher in der Nähe seiner Menschen und orientiert sich an ihnen. Dabei spielt möglicherweise auch die aktuelle Temperatur eine Rolle, sodass sich sein Aktivitätsniveau bei kühlerem Wetter noch verändern kann. Zwischendurch erkundet er seine Umgebung mit der Nase.
Aufgrund seiner Unsicherheit und seines bisherigen Verhaltens sehen wir Simba nicht in einer städtischen Umgebung. Die vielen Reize und die Dichte an Menschen, Hunden und Verkehr könnten ihn überfordern. Er benötigt ein ruhiges, überschaubares Umfeld, in dem er Sicherheit gewinnen und Vertrauen aufbauen kann, dann ist er ein wirklich toller und sehr freundlicher Junghund.
Da Simba bereits mit wenigen Wochen ins Tierheim kam, hatte er bislang kaum Gelegenheit, Reize und Situationen außerhalb dieses Umfeldes kennenzulernen. Entsprechend muss er viele für uns alltägliche Dinge erst noch behutsam lernen. Auch grundlegende Themen wie Stubenreinheit, das Mitfahren im Auto oder das Alleinbleiben müssen Schritt für Schritt mit ihm aufgebaut werden und erfordern Zeit, Geduld und eine einfühlsame Begleitung.
Wichtig: Bei Simba können wir nicht ausschließen, dass er einen Anteil Herdenschutzhund in sich trägt. Entsprechend können sich im Laufe seiner Entwicklung typische Eigenschaften eines Herdenschutzhundes weiter ausprägen. Dazu können unter anderem ein ausgeprägtes Territorialverhalten, eigenständiges Entscheiden, eine erhöhte Wachsamkeit und ein entsprechendes Schutzverhalten gehören. Wie stark diese Eigenschaften bei Simba tatsächlich ausgeprägt sein werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen. Dies sollte bei der Adoption unbedingt berücksichtigt werden. Seine zukünftigen Adoptant*innen sollten sich vorab intensiv mit den Besonderheiten von Herdenschutzhunden auseinandersetzen. Auf unserer Webseite finden sich hierzu weiterführende Informationen.
Gewünschtes Lebens- und Wohnumfeld
Für Simba wünschen wir uns ein Zuhause bei erfahrenen Menschen in einer grünen, sehr ruhigen Ecke am Stadtrand oder vorzugsweise auf dem Land. Von einer Vermittlung in die Stadt sehen wir ausdrücklich ab. Verständige Kinder können grundsätzlich in einem Haushalt mit ihm leben, sofern sie seine vorsichtige Art respektieren. Ein Ersthund wäre für Simba durchaus wünschenswert und könnte ihm bei der Orientierung helfen, sollte allerdings ruhig, souverän und sozial sicher sein und seine Grenzen respektieren. Da Simba in vielen Situationen noch unsicher ist und menschliche Nähe sowie alltägliche Dinge wie das Tragen eines Geschirrs erst weiter kennenlernen muss, sollten seine Adoptant*innen ihm mit Souveränität, Geduld und Empathie die notwendige Sicherheit geben. Aufgrund des möglichen Herdenschutzhund-Anteils sollten sie sich zudem intensiv mit den Besonderheiten dieser Hunde auseinandersetzen.
Allgemeine Anforderungen an Adoptant*innen
Wir erwarten von unseren Adoptant:innen, dass die Entscheidung, einen Hund aus dem Tierschutz aufzunehmen, gut durchdacht ist. Es sollte klar sein, dass dies Zeit, Energie und Geld erfordert, da nicht alles nach Plan verlaufen wird. Tierschutzhunde haben zumeist einen schwierigen Start ins Leben und können z.B. Sozialisierungsdefizite aufweisen. Zudem wissen wir oft nicht, welche Rassen und damit etwaige Rasseattribute sich noch zeigen werden. So haben einige unserer Hunde einen Anteil Herdenschutzhund, was eine besondere Herausforderung sein kann. Auch kommen sie in eine völlig neue Welt, in der sie sich erst zurechtfinden müssen und dabei Verhaltensweisen zeigen können, die in “unserer Welt” als unerwünscht gelten.
Wir erwarten von unseren Adoptant:innen, dass sie diesen Hunden Verständnis, Geduld und Empathie entgegenbringen. Sie sollten versuchen, das Verhalten des Hundes zu verstehen und bei den ersten Problemen nicht direkt aufgeben, sondern bereit sein, mit dem Hund zu arbeiten und sich professionelle Unterstützung zu holen, die auch zum Hund passt (nicht alle Hundetrainer:innen sind gute Trainer:innen).
Lernbereitschaft ist essenziell, um die Hundekommunikation zu verstehen und die Bedürfnisse des Hundes zu respektieren. Nicht jeder Hund ist gleich, es gibt kein Schema F. Auch wenn man jahrelange Hundeerfahrung hat, muss man gewillt sein, sich auf einen neuen Hund neu einzustellen und sich weiterzuentwickeln.
Neben allem Verständnis müssen dem Hund aber auch klare Grenzen gesetzt werden und ein Rahmen geboten werden, in dem er sich entfalten kann. Insbesondere bei Teenagern ist dies unabdingbar, damit sie eine Orientierung haben und sich nicht hoffnungslos verlieren.
In Bezug auf ein Zusammenleben mit Kindern liegt das konfliktfreie Miteinander ausschließlich in der Verantwortung der Eltern. Ein Hund ist kein Spielzeug und auch kein Kopfkissen. Sein Hundebett ist nicht das der Kinder; sein Rückzugsort sowie Ruhezeiten müssen von allen Familienmitgliedern respektiert werden. Kind und Hund sollten nie unbeaufsichtigt gelassen werden.
Alle von uns vermittelten Hunde sind gemäß den gesetzlichen Vorschriften mit einem Mikrochip gekennzeichnet und haben einen Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung und Erstimmunisierung (DHPPi/L). Wir lassen von den Hunden ein Blutbild anfertigen und testen diese per Schnelltest auf Mittelmeerkrankheiten (Leishmaniose, Herzwurm, Babesiose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Mikrofilarien). Die Einreise nach Deutschland erfolgt mit einem geprüften und zertifizierten Transport sowie TRACES Papieren.
Möchtest du einen Hund von uns adoptieren? Dann lies dir bitte aufmerksam alle Infos auf www.balkanschnauzen.de/adoptionsverfahren durch und fülle dort die Selbstauskunft aus.