Pelle
Pelle
Informationen zu Pelle
Pelle wurde im Oktober 2025 von Betis Ehemann ganz allein in Struga gefunden und anschließend ins Tierheim gebracht. Seitdem lebt er dort und ist mittlerweile in einem Zwinger untergebracht.
Pelle ist ein sehr menschenbezogener Hund, der deutlich den Kontakt zu Menschen sucht. Im Zwinger zeigt er sich aktuell allerdings sehr aufgedreht: Er klettert am Zwinger hoch, versucht unbedingt herauszukommen und macht lautstark auf sich aufmerksam. Auch außerhalb des Zwingers fällt es ihm derzeit schwer, zur Ruhe zu kommen. Gleichzeitig ist Pelle sehr beweglich und kann ausgesprochen hoch springen. Wie stark dieses Verhalten unter ruhigeren Bedingungen im neuen Zuhause noch ausgeprägt sein wird, lässt sich aktuell schwer einschätzen. Unsere Erfahrung mit ähnlichen Kandidaten war aber, dass sie außerhalb des Tierheims deutlich besser zur Ruhe gekommen sind. Wir gehen davon aus, das Pelle im Shelter schlicht überfordert ist und dort dringend raus muss.
Bei unserem Besuch war Pelle uns gegenüber zunächst etwas unsicher, blieb dabei aber freundlich und ließ sich überall problemlos anfassen. Auch das Anlegen des Geschirrs war für ihn kein Problem. Insgesamt zeigte er sich im direkten Kontakt mit uns angenehm und kooperativ.
Im Umgang mit anderen Hunden zeigte Pelle sich ebenfalls unauffällig und freundlich. Auch durch die Gitter machte er die anderen Hunde nicht an und zeigte kein aufdringliches oder imponierendes Verhalten. Im Gegenteil: In einer Situation konnten wir beobachten, wie er sich am Zaun vor die anderen Hunde legte und dabei bewusst beschwichtigte und sich klein machte. Das spricht für eine eher vorsichtige und weiche Seite im Umgang mit Artgenossen.
Pelle wirkt insgesamt noch unsicher und sollte daher nicht direkt mit einem möglichst reizintensiven Alltag konfrontiert werden. Ein Zuhause in einer ruhigen Umgebung erscheint für ihn derzeit sinnvoller als ein direktes Leben in der Stadt. Dort sollte er zunächst die Möglichkeit bekommen, in Ruhe anzukommen und Sicherheit zu entwickeln. Gleichzeitig braucht er Menschen, die ihm klare Orientierung geben und ihm helfen, angemessene Strategien für Aufregung und Frust zu entwickeln.
Da Pelle bereits mit wenigen Wochen ins Tierheim kam, hatte er bislang kaum Gelegenheit, Reize und Situationen außerhalb dieses Umfeldes kennenzulernen. Entsprechend muss er viele für uns alltägliche Dinge erst noch behutsam lernen. Auch grundlegende Themen wie Stubenreinheit, das Mitfahren im Auto oder das Alleinbleiben müssen Schritt für Schritt mit ihm aufgebaut werden und erfordern Zeit, Geduld und eine einfühlsame Begleitung.
Wichtig: Bei Pelle gehen wir aufgrund seines Aussehens davon aus, dass er einen Anteil Herdenschutzhund in sich trägt. Entsprechend können sich im Laufe seiner Entwicklung typische Eigenschaften eines Herdenschutzhundes weiter ausprägen. Dazu können unter anderem ein ausgeprägtes Territorialverhalten, eigenständiges Entscheiden, eine erhöhte Wachsamkeit und ein entsprechendes Schutzverhalten gehören. Wie stark diese Eigenschaften bei Semmel tatsächlich ausgeprägt sein werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen. Dies sollte bei der Adoption unbedingt berücksichtigt werden. Seine zukünftigen Adoptant*innen sollten sich vorab intensiv mit den Besonderheiten von Herdenschutzhunden auseinandersetzen. Auf unserer Webseite finden sich hierzu weiterführende Informationen.
Gewünschtes Lebens- und Wohnumfeld
Für Pelle wünschen wir uns ein Zuhause bei erfahrenen Menschen in einer grünen, ruhigen Ecke der Stadt, am Stadtrand oder auf dem Land. Pelle wird nicht in die (Innen-)Stadt vermittelt. Verständige Kinder ab dem Teenageralter dürfen gerne in einem Haushalt mit ihm leben. Da Pelle bis auf das Tierheim bisher nur sehr wenig kennengelernt hat, sollten seine Adoptant*innen ihn mit Souveränität, Geduld und Empathie in sein neues Leben begleiten.
Allgemeine Anforderungen an Adoptant*innen
Wir erwarten von unseren Adoptant:innen, dass die Entscheidung, einen Hund aus dem Tierschutz aufzunehmen, gut durchdacht ist. Es sollte klar sein, dass dies Zeit, Energie und Geld erfordert, da nicht alles nach Plan verlaufen wird. Tierschutzhunde haben zumeist einen schwierigen Start ins Leben und können z.B. Sozialisierungsdefizite aufweisen. Zudem wissen wir oft nicht, welche Rassen und damit etwaige Rasseattribute sich noch zeigen werden. So haben einige unserer Hunde einen Anteil Herdenschutzhund, was eine besondere Herausforderung sein kann. Auch kommen sie in eine völlig neue Welt, in der sie sich erst zurechtfinden müssen und dabei Verhaltensweisen zeigen können, die in “unserer Welt” als unerwünscht gelten.
Wir erwarten von unseren Adoptant:innen, dass sie diesen Hunden Verständnis, Geduld und Empathie entgegenbringen. Sie sollten versuchen, das Verhalten des Hundes zu verstehen und bei den ersten Problemen nicht direkt aufgeben, sondern bereit sein, mit dem Hund zu arbeiten und sich professionelle Unterstützung zu holen, die auch zum Hund passt (nicht alle Hundetrainer:innen sind gute Trainer:innen).
Lernbereitschaft ist essenziell, um die Hundekommunikation zu verstehen und die Bedürfnisse des Hundes zu respektieren. Nicht jeder Hund ist gleich, es gibt kein Schema F. Auch wenn man jahrelange Hundeerfahrung hat, muss man gewillt sein, sich auf einen neuen Hund neu einzustellen und sich weiterzuentwickeln.
Neben allem Verständnis müssen dem Hund aber auch klare Grenzen gesetzt werden und ein Rahmen geboten werden, in dem er sich entfalten kann. Insbesondere bei Teenagern ist dies unabdingbar, damit sie eine Orientierung haben und sich nicht hoffnungslos verlieren.
In Bezug auf ein Zusammenleben mit Kindern liegt das konfliktfreie Miteinander ausschließlich in der Verantwortung der Eltern. Ein Hund ist kein Spielzeug und auch kein Kopfkissen. Sein Hundebett ist nicht das der Kinder; sein Rückzugsort sowie Ruhezeiten müssen von allen Familienmitgliedern respektiert werden. Kind und Hund sollten nie unbeaufsichtigt gelassen werden.
Alle von uns vermittelten Hunde sind gemäß den gesetzlichen Vorschriften mit einem Mikrochip gekennzeichnet und haben einen Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung und Erstimmunisierung (DHPPi/L). Wir lassen von den Hunden ein Blutbild anfertigen und testen diese per Schnelltest auf Mittelmeerkrankheiten (Leishmaniose, Herzwurm, Babesiose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Mikrofilarien). Die Einreise nach Deutschland erfolgt mit einem geprüften und zertifizierten Transport sowie TRACES Papieren.
Möchtest du einen Hund von uns adoptieren? Dann lies dir bitte aufmerksam alle Infos auf www.balkanschnauzen.de/adoptionsverfahren durch und fülle dort die Selbstauskunft aus.