Den Unsichtbaren eine Stimme geben
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, schreibt der weltberühmte Autor Antoine de Saint-Exupéry in seiner Erzählung „Der kleine Prinz“. Nur allzu gerne würden wir die Bewohner in Betis Tierheim, die seit Jahren im Zwinger sitzen und kaum eine Chance auf Vermittlung haben, mit diesem so oft zitierten Satz trösten. Aber vielleicht – so unsere Hoffnung – hilft es ihnen, wenn wir ihre Geschichten erzählen und ihnen somit eine Stimme sowie ein bisschen Hoffnung schenken.
Hunde, die z.B. aufgrund von ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten, wegen eines Handicaps oder eines Haltungsverbotes in bestimmten Bundesländern bzw. Deutschland mit großer Wahrscheinlichkeit nie ein zuhause finden werden, erhalten die unterschiedlichsten Bezeichnungen: Man nennt sie „Problemhunde“, „schwer erziehbare Hunde“ oder „die Unvermittelbaren“. Wir nennen sie „Die Unsichtbaren“, denn ernsthafte Vermittlungsanfragen erreichen diese Hunde so gut wie nie. Beim Betrachten ihrer individuellen Geschichten wird schnell deutlich, dass es meist das bittere Leben auf der Straße war, welches unsere Schützlinge zu Unsichtbaren hat werden lassen.
Da ist zum Beispiel Vlejke, eine fast neunjährige Pitbull-Mischlings-Hündin, die bereits seit sieben Jahren im Tierheim lebt. Vlejke, deren Einreise nach Deutschland verboten ist, zeigt sich sehr scheu und meidet den Kontakt zu Menschen. Meist liegt sie eingerollt in ihrem Zwinger, als ob sie versucht, alles um sich herum zu vergessen. Wir gehen davon aus, dass sie einst schwere traumatische Erfahrungen durchleben musste. Auch unsichtbar ist unser Majo, ein liebenswerter Herdenschutzhund-Mix, der als Welpe von einem Auto angefahren und schwer verletzt gefunden wurde. Seitdem ist er, was seine Beweglichkeit betrifft, eingeschränkt. Majo ist mittlerweile 11 Jahre alt und kennt nichts anderes als das Tierheim. Aufgrund seiner Größe, seines Alters, seines Handicaps und der mangelnden Sozialisierung ist eine Vermittlung leider sehr unwahrscheinlich. Ein weiteres Schicksal ist unsere fünfjährige Nazel, eine sehr ängstliche und scheue Hündin, die ebenfalls als Welpe aufgegriffen und gerettet wurde. Nazel entspricht optisch nicht dem Vermittlungs-Ideal, ist zudem sehr misstrauisch und meidet jeglichen Kontakt zu Menschen. Mit Hunden versteht sie sich gut, doch aufgrund ihrer Scheu und mangelnden Sozialisierung wird auch sie vermutlich nie ein Zuhause finden.
So traurig die Geschichten unserer „Unsichtbaren“ auch sein mögen, so wertvoll und liebenswert sind diese Hunde für uns – sie haben einen festen und sicheren Platz im Verein Balkanschnauzen und Heimatpfoten e.V. und vor allem in unseren Herzen!
Wir und vor allem Beti, versuchen unser Bestes zu geben, um den „Unsichtbaren“ ein würdevolles Dasein zu ermöglichen, auch wenn der Traum von einem Hundeleben in einem gemütlichen Zuhause wahrscheinlich nicht in Erfüllung gehen wird.
Um die bestmögliche Zuwendung vor Ort in Betis Tierheim gewährleisten zu können, suchen wir Paten für diese Hunde. Jeder von ihnen benötigt aufgrund seiner Geschichte einen speziellen Spendenbedarf, etwa für medizinische Versorgung (manchmal sogar für eine Operation oder ein CT), für eine auf den Hund abgestimmte Therapie oder ganz generell für Futter. Vielleicht möchtest du mit einer Patenschaft unseren Unsichtbaren ein bisschen Wärme schenken und sie somit ein Stück weit sichtbar machen? Auf unserer Homepage findest du alle Steckbriefe und weiterführende Informationen.
Weitere Themen
Spenden für den Tierschutz
Täglichen helfen wir gemeinsam mit den Aktivist*innen vor Ort den Straßenhunden, ein besseres Leben zu führen. Um dies zu ermöglichen, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen – jede Spende, und sei sie noch so klein, macht die Welt der Straßenhunde in Nordmazedonien ein kleines bisschen besser.
Paten gesucht!
Du kannst selber keinen Hund aufnehmen, möchtest aber trotzdem helfen? Dann übernimm die Patenschaft von einem unserer „Unsichtbaren“: Hunde, die nicht vermittelt werden können, aber trotzdem liebe Menschen brauchen, die sie unterstützen. Jeder noch so kleine Beitrag kann den Unterschied machen!